Galaxienzeit - Leo Triplet

Galaxienzeit - das "Leo Triplet"

Der Frühling gilt bei Astronomen als "Galaxienzeit". Die Milchstraße, die im Sommer und Winter den Nachthimmel dominiert, ist nun aus dem Blickfeld und erlaubt die Beobachtung und Erforschung der schwarzen Tiefe, weit jenseits unserer galaktischen Heimat.

Das schöne Sternbild "Löwe" (lat. Leo) ist also aufgrund seiner Lage gut geeignet, durch es hindurch ferne Welten jenseits unserer "Milchstraße" mit eigenen Augen zu sehen. Unzählige Galaxien gibt es in dieser Himmelsregion und mehrere von ihnen sind sogar schon im kleineren Fernglas als nebliger Fleck zu erkennen. Die hellsten dieser Galaxien wurden bereits im späten 18. Jahrhundert von Charles Messier entdeckt und katalogisiert, siehe: Messier Katalog.

Leo Triplet - neu bearbeitet am 19. März 2021 (Original: 18. März 2020)

Das Leo-Triplet besteht aus den beiden aufrecht neben einander stehenden Galaxien M66 links und M65 rechts, die als gestreckte Ellipse zu sehen ist, sowie der weiter oben quer liegenden darüber liegenden Galaxie NGC3628, die genau von der Seite zu sehen ist.

Durch die Fotografie konnten und können unglaublich viele weitere Galaxien gefunden werden. Es gibt wohl mehr Galaxien im Weltall als Sandkörner auf der Erde ...

Die Leo Triplet - Umgebung astrometrisch vermessen | Zoom: 1, 2 oder 3-mal klicken!

Allein in diesem Bildausschnitt der Himmelregion um das Leo-Triplet herum konnte ich über 60 Galaxien fotografisch nachweisen. Natürlich müsste man jede einzelne mit erheblicher Vergrößerung und lange belichtend fotografieren – ganz offensichlich ein "Fass ohne Boden" oder eine "never ending story" ...

Viele Wissenschaftler und Astronomen der größten Observatorien unserer Erde machen genau das: Sie fotografieren, vermessen und werten riesige Datenmengen aus, die ihnen aus den Tiefen des Weltalls in Form von "Strahlung" jeder Art auf ihre vielfältigen Sensoren treffen.

Leo Triplet - neu bearbeitet am 19. März 2021 (Detailansicht)

Wenn der aufgehende "Löwe", Kopf und Mähne voraus, im Osten vollständig über den Horizont hinauf gestiegen ist, findet man das Leo-Triplet etwas unterhalb des hinteren Körperendes:

Die Spiralgalaxie M66, Objekt Nr. 66 im Messier Katalog, ist S-förmig gestaltet, wie bereits bei dieser geringen Vergößerung andeutungsweise zu erkennen ist. Daneben ist die weiter rechts (westlich) von ihr befindliche Spiralgalaxie M65 in steiler Schrägdraufsicht am Nachthimmel zu beobachten.

Leo Triplet - mein erstes Bild dieser Galaxiengruppe vom 18. März 2020

Aufnahmedaten: Canon EOS 5D Mark 4 • Canon 300mm + TC 1.4x = 420mm@f/4.0 • Zeit: 53 min (80x40s)
Bildbearbeitung unter Linux: ASTAP + StarTools + Darktable
Die Kamera war nicht astromodifiziert, fotografiert wurde im Spektrum des sichtbaren Lichts.

Über den beiden, oben links, die prächtige Spiralgalaxie NGC3628 in Kantenlage – man sieht ihr dunkles Staubband quer vor dem hellen, sternreichen Hintergrund liegend. Auch ihr "Halo", der schimmernde, neblig wirkende Kranz aus unzähligen Sternen, ist deutlich zu sehen.

In dunklen Nächten kann mit das Leo Triplet sogar schon im kleineren Fernglas ab etwa 10x50 zweifelsfrei erkennen.

Nahe dem rechten Bildrand ist außerdem die Spiralgalaxie NGC3593 zu sehen, die von unserer Erde aus als flach liegende Scheibe zu erkennen ist. Auf der Fläche dieses Bildes befinden sich noch mindestens 20 weitere Galaxien, die allerdings nur auf dem viel größeren Originalbild identifiziert werden können

Frank Stefani

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