Galaxienzeit - Die Markarjan'sche Kette (Markarian Chain)

Galaxienzeit - die "Markarjan'sche Kette"

Der Frühling gilt bei Astronomen als "Galaxienzeit". Die Milchstraße, die im Sommer und Winter den Nachthimmel dominiert, ist nun aus dem Blickfeld und erlaubt die Beobachtung und Erforschung der schwarzen Tiefe, weit jenseits unserer galaktischen Heimat.

Die "Markarjan'sche Kette" im Virgo Galaxienhaufen

Die "Markarjan'sche Kette" ist eine Galaxiengruppe im Virgo Haufen. Sie führt aus dem Sternbild "Jungfrau" (lat. virgo) hinaus in das benachbarte Sternbild "Haar der Berenike" (lat. coma berenices).

Der Namensgeber Benjamin Markarjan hat sich als Astrophysiker in den 1970er Jahren intensiv mit der Beobachtung der nach ihm benannten Galaxiengruppe beschäftigt.

Aufnahmedaten: Canon EOS 5D Mark 4 • Canon EF 1:2.8/300mm L IS USM, f/4.0 • Zeit: 2 Std. (180x40s)
Bildbearbeitung unter Linux: Siril + StarTools + Darktable
Die Kamera war nicht astromodifiziert, fotografiert wurde im Spektrum des sichtbaren Lichts.

Dort, wo sich die Grenzen der Sternbilder "Löwe", "Jungfrau" (lat. Virgo) und "Haar der Berenike" berühren, befindet sich der "Virgo Galaxienhaufen". Er besteht aus mindestens 1300 Galaxien, vermutlich sind es über 2000. Das Zentrum des Virgo-Galaxienhaufens ist etwa 54 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt. NB: Der knapp nördlich davon gelegene Coma Galaxienhaufen ist viel weiter von uns entfernt und auch noch größer. Von der Erde aus gesehen erscheinen beide Galaxienhaufen auf den ersten Blick wie ein einziges großes Areal.

Die "Markarjan'sche Kette" und ihre Umgebung - astrometrisch"

Alles, was auf diesem Bild nicht punktförmig ist, also alles, was neblig, milchig, leicht verwaschen aussieht – egal wie klein – ist eine Galaxie. Eine von mindestens 1600 Galaxien des Virgo Galaxienhaufens.

Die "Markarjan'sche Kette" - ihre Lage im Virgo Galaxienhaufen

Diese folgende Karte zeigt den von mir fotografierten Himmelsausschnitt und die Ausrichtung der Kamera dabei. Die Markarjan'sche Kette liegt ungefähr in der Mitte der drei genannten Sternbilder. Sie ist aber wegen fehlender heller Sterne, die zur Nah-Orientierung dienen könnten, nicht so leicht "ins Bild" zu kriegen.

Man erkennt man die nur schwach glimmenden Zentren der Galaxien kaum. Es erfordert Geduld und Erfahrung, die gewünschten Objekte überhaupt zu finden und zu identifizieren, wenn man (wie ich) rein manuell, ohne GPS oder automatische Nachführung arbeitet.

Frank Stefani

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