Kinderopfer für die Wirtschaft

      Früher opferten Menschen ihre Kinder ihren Göttern.
      Heute auch. Es hat sich nichts verändert.
      
      Die Götter von heute:
      Geld, Wohlstand, Status, Macht, Körperkult, Narzissmus
      
      - Frank Stefani
      
      

Erziehung

      Erziehung ausüben bedeutet: Du bist nicht so, wie ich dich gerne hätte,
      deshalb bringe ich dich jetzt durch Belohnungen und Strafen dazu,
      so zu werden, wie du meiner Meinung nach sein solltest.
      
      Du bist nämlich nur dann gut, wenn du so bist, wie ich dich haben will.
      Widerstand zwecklos.
      
      Erzieher(innen) sollen genau das tun: Kinder "ziehen". Weg von dem Ort,
      an dem sie sich befinden, hin zu einem Ort, der ihnen von Fremden aufgezwungen wird.
      
      Erzieher sollen Kinder "gesellschaftsfähig" machen, sie auf das Leben
      vorbereiten. Wenn man sich unsere, vom Kapitalismus - dem Glauben ans Geld -
      geprägte Gesellschaft und ihre Menschen anschaut, erscheinen deren Ziele
      und Werte allerdings nicht als nachahmenswert:
      
  • ständige Bewertung durch andere
  • Wertschätzung nur in Abhängigkeit von Leistung
  • Lebensqualität wird am Haben gemessen, nicht am Sein
  • konsumorientierte Lebensführung als Maßstab für Erfolg: sich etwas leisten können.
  • Alles ist käuflich, aber es muss auch alles bezahlt werden.
  • verarmende Beziehungen, zunehmende Vereinsamung, Gleichgültigkeit und Desinteresse
  • grenzenlose (globale!) Gier nach Geld, wohin man schaut
  • finanzieller Absturz führt automatisch zu sozialem Abstieg
  • sich selbst verachten und schließlich aufgeben, frustriert werden, unzufrieden sein
  • kaufen, um sich (vorübergehend) besser zu fühlen
Wer nicht bekommt, was er will, nimmt sich eben das, was er kriegen kann.
(Prof. Dr. Gerald Hüther)
Anders gesagt: Wer glücklich ist, kauft nicht. - Frank Stefani

Ein Garten für Kinder

      Kindergärtner(innen) sind schon von der Bedeutung ihrer Berufsbezeichnung her
      viel sympathischer als Erzieher(innen). Zumindest, wenn sie das leben,
      was der Bedeutung dieses Wortes entspricht: Sie bieten einen "Garten" an
      und bereiten den "Boden" vor, damit Kinder selbständig und eigenartig -
      also auf ihre eigene Art und Weise - dazu in ihrem eigenen Tempo
      und nach ihren ganz unterschiedlichen Bedürfnissen und Möglichkeiten,
      die Welt erkunden und entdecken können.
      
      Kinder brauchen "Gärten", keine Lehrpläne, keine Gutachten und keine Statistiken.
      Der junge Geist braucht Angebote, allenfalls Impulse und kleine Hinweise,
      vielleicht hier und da etwas Unterstützung.
      
      Ihr Interesse muss gefördert, Schönheit und Vielfalt müssen erlebt werden.
      
      Nach dem Kindergarten, sollte der "Schulgarten" die logische Fortsetzung sein,
      um Kinder maximal zu fördern, ihre individuellen Neigungen und Gaben zu fördern,
      ihr Interesse lebendig zu halten.
      
      Statisches Wissen vermitteln, wie es die deutschen Lehrpläne bis heute tun,
      ist ein völlig überholter Anachronismus. Statisches Wissen kann man jederzeit abfragen,
      heute leichter denn je.
      
      - Frank Stefani
      
      

Zeit und Raum für Neues

      Wir brauchen in Zukunft keine Leute, die stumpf auswendig gelerntes Wissen
      rezitieren können. Wir brauchen keine Angepassten, die einen Filter im Kopf haben,
      der ihnen bestimmte Dinge zu denken und zu sagen erlaubt und andere nicht.
      
      Solche Menschen sind und werden als Objekt der Bewertung anderer ständig frustriert,
      entmutigt, gewaltsam angepasst. Im schlimmsten Falle, werten sie sich selber ab,
      verleugnen und verletzen sich selbst - die anderen müssen ja Recht haben.
      
      Wer heute Abitur macht, zeigt damit, dass der eigene Geist flexibel genug ist,
      sich an die Bedürfnisse und Forderungen anderer anzupassen.
      
      Abgesehen von den wenigen, die in einem Fachgebiet tatsächlich Begeisterung
      und Berufung entdecken, stellt die weit überwiegende Zahl der Absolventen
      schon nach wenigen Jahren den Verlust oder die Entbehrlichkeit der meisten
      Lerninhalte fest, die sie sich jahrelang notgedrungen und unter ständiger Bewertung
      einverleibt haben.
      
      Wenn jemand sein Abitur mit 1,0 macht, heißt das doch lediglich, dass derjenige
      die vom Kultusministerium vorgeschriebenen Lerninhalte reproduzieren kann
      und sie wohl auch verstanden hat. Prädestiniert diese Zahl denjenigen aber automatisch
      für ein Medizinstudium?
      
      Jemand mit einem 1,0 Abitur, bekommt sicherlich einen Studienplatz in Medizin.
      Jemand, der Medizin studieren will, weil er eine große Vision hat, weil er den Ärmsten
      auf der ganzen Welt helfen will, auch in Krisengebieten, darf nicht Medizin studieren,
      wenn sein Notendurchschnitt nicht dem numerus clausus entspricht.
      
      Es interessiert nicht, dass diese Person schon viele Jahre lang freiwillig
      und ehrenamtlich im Sanitätsdienst, bei der freiwilligen Feuerwehr, der Wasserwacht
      oder Bergrettung mitarbeitet. Es interessiert nicht, dass diese Person schon lange
      Empathie und Einsatz für andere Menschen beweist.
      
      Diese Person hat halt leider nur eine 3 in Mathematik und eine 4 in Physik.
      Ein Medizinstudium ist deshalb - theoretisch - nur nach erheblicher Wartezeit möglich.
      
      Warum muss (fast) jeder mit einem 1,0 Abitur Medizin studieren? Könnte es nicht sein,
      dass einige solcher Mensch viel lieber und viel entspannter in sozialen Berufen
      oder in einem Handwerksberuf arbeiten würden?
      
      Wir gewöhnen uns zwangsweise daran, ständig und überall bewertet zu werden
      und - was eine schlimme Folge davon ist - wir übernehmen diese Fremdbewertung
      als Maßstab für unseren Selbstwert.
      
      Querdenker sind nötig - ermutigte, bestärkte, frische Geister, die ohne Denkverbote
      eigene Überlegungen anstellen, um die Herausforderungen dieser Welt zu anzupacken.
      
      - Frank Stefani
      
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